Geld und martialische Kriegskünste

Zeichnung G. Altmann
Zeichnung G. Altmann

Beobachtet man die Strategien martialischer Kampfkünste, wie Tai-Chi, Aikido, Karate und ähnliche Sportarten, fällt auf, dass selbst eine zierliche Frau einen Koloss bezwingen kann. Daraus kann sogar der Laie schließen, dass nicht der der Gebrauch körperlicher Kraft, sondern eher andere Elemente eine Rolle spielen müssen.

Schauen wir uns also die  Kampfdynamik mal etwas näher an. Der Gegner holt zum Schlag aus. Wir stehen vor ihm, ahnungslos. Eine geballte Faust schnellt in unsere Richtung. Aber wie reagieren wir? Die meisten von uns sind so überrascht , dass sie erst gar nicht oder ganz falsch handeln. Sie setzen sich zum Beispiel unmittelbar zur Wehr, schlagen zurück oder reagieren überhaupt nicht und lassen sich richtiggehend überrumpeln. Das Gefährlichste ist jedoch, sich zur Wehr zu setzen, dabei vergessend, dass man auf diese Weise einen meist kräftigeren Gegner immer weit unterlegen sein wird.

 

Richtig ist , einfach sofort zur Seite zur springen! Jawohl, einfach zur Seite zu springen, denn zu gering wäre die Chance irgendwie zu gewinnen. So wird der Schlag des Angreifers nicht abgefedert und der Überraschungsefferkt  könnte  den Gegner selbst  aus seinem Gleichgewicht bringen.

Aber was hat das alles mit Geld zu tun? Wir müssen uns vorstellen, dass der gegnerische Schlag für eine Fehlspekulation steht, z.B ein Geldverlust durch eine falsche Geldanlage. Schnell reagieren und zur Seite springen heißt im Finanzbereich: die Investition rasch rückgängig machen und verstehen, dass man sich geeirrt hat. Aber wer tut das schon. Sollen die doch ohne meinem Geld die Märkte unsicher machen! Ich springe schnell zur Seite  und  schütze dabei mein Kapital. All dies muß sehr schnell geschehen, man kann nicht einfach warten, bis die Aktien sich eventuell wieder erholen könnten.

Im Leben wie auch an der Börse gilt daher immer: nicht warten bis einen die Faust des Gegners trifft. Man ist immer der Schwächere.  Nein! Bei  aufkommenden Turbulenzen schnell reagieren, sehr schnell und vor allem ohne Kraftaufwand, also ohne großen Verlust, das eingespannte Kapital wieder aus der Anlage nehmen ohne Wenn und Aber!

 

Warum tun wir das nicht, wenn es so einfach klingt: nämlich schnell das eingesetzte Kapital wieder rauszuziehen? Weil unser Ego uns vorgaukelt, dass alles irgendwann  doch wieder ins  Gleichgewicht kommt. Wir warten und stehen wie wie das Kaninchen vor der Schlange, verlieren wertvolle Zeit und irgendwann ist es einfach zu spät und wir sind um viele Euros ärmer.

Deshalb lehren uns die martialischen Kriegskünste, dass der gefährlichste  Gegner man selbst ist. Auch auf den Finanzmärkten gilt:

die größte Gefahr Geld zu verlieren  ist man selbst!

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